Im Mai 2010
möchte ich auf einem von mir gebauten Floß schwimmend auf mehr als 3000 PET-Flaschen von Kelheim aus die Donau bis zum Schwarzen Meer hinunter treiben.

Dabei möchte ich
eine Botschaft an
alle 10 Anrainer-
staaten überbringen,
filmend einen Über-
blick verschaffen und weiter Plastikflaschen sammeln um damit mein Floß zu ver-
größern.

Das alles wird ins Internet gestellt.

Außerdem möchte
ich auf den von der
EU geplanten Ausbau der Donau zum Schiffs-
highway, dem AKW-
Bau in Belene, die verminten Ufer der Donau in Kroatien
und einige andere Missstände hinweisen.

Ich würde mich
sehr über ein reges Interesse und Unter-
stützung bei meinem Vorhaben freuen.

Euer,

Johann Held

Hintergrund

Hintergrund | Idee

Technische Ausführung Das Floß wird auf zwei mit PET-Flaschen gefüllten Netzschläuchen schwimmen. Diese Schläuche werden an einem Metallrahmen links und rechts längs mit Spannungsgurten befestigt. Auf den Metallrahmen wird ein Holzaufbau mit Boden, Hütte, Pergola, Reling und Staukästen montiert die Abmessungen sind 3,1 m x 5,2 m. Auf dem Dach der Hütte wird sich eine Photovoltaikanlage mit ca. 7 m² (550 W) befinden. Ein Elektroaußenborder mit ca. 500 W dient zum manövrieren und um Strecken ohne Strömung zu überwinden. Mit einem Stromgenerator (Benzin) werden Batterien, Laptop, Kamera usw. geladen. Ein 4,9 PS Außenborder dient zum manövrieren bei starker Strömung, zum Schleusen und für Notfälle. Eine Webcam soll die komplette Fahrt filmisch dokumentieren und soweit möglich live ins Internet übertragen. Für Landgänge habe ich einen Camcorder und eine Fotokamera.

Reiseplanung

Im Mai 2010 soll die Reise in Kelheim beginnen, denn erst ab dort ist sie für motorisierte Sportboote schiffbar. 2410 km bergab über Regensburg, Passau, Linz, Wien, Bratislava, Budapest, Belgrad, Drobeta-Turno-Severin, Calarasi, Tulcea um dann etwa Anfang Oktober in Sulina zu enden wo die Donau ins Schwarze Meer fließt . Durchs nördliche Alpenvorland, südlich am Bayerischen Wald vorbei durch die Wachau gibt sich die obere Donau wie eine Gebirgsfluss erst nach Wien wird sie zu einem Tieflandfluss. Die mittlere Donau, landschaftlich sehr abwechslungsreich, Auenwälder, Gebirgszüge und Hügellandschaften bestimmen hier das Bild und absolutes Highlight ist das Eiserne Tor mit der größten Schlucht Europas.

Als breiter, gemächlicher Strom mit wenig Gefälle geht’s auf der unteren Donau an einsamen Tierparadiesen vorbei in Richtung Donaudelta wo sich auf 5700 km² das größte Schiffsgebiet der Erde befindet. Dort kommt die Donau großflächig fast zum Stillstand und das Wasser wird dort durch das Schilf nochmal von allem was sie mit sich führt gereinigt. Dort in Sulina wird meine Reise enden. Entsprechend der unterschiedlichen Landschaften und Klimazonen ist auch Flora und Fauna sehr vielfältig. Den Schutz der Biodiversität sichern etliche Naturschutzgebiete, die aber auch zunehmend durch Umweltsünden bedroht sind.

Am Montag, den 15. März 2010, eröffne ich um 17:00 Uhr in der „Die Bank“ Müllerstr. 42 im 1. Stock das Infocenter „Donautreibgut.de“. Ich werde täglich in der Zeit von 17:00 bis 21:00 Uhr dort an meinem Projekt arbeiten und mit interessierten Besuchern diskutieren und eine „Bootschaft“ ausarbeiten die auf meiner Reise an die 10 Anrainerstaaten übergeben werden soll. Auch über leere PET-Flaschen mit Deckel die nicht im Pfandsystem sind würde ich mich freuen, denn es fehlen noch ca. 3000 Flaschen um mein Floß zu bauen.

Plastik

Der Zug ist zwar abgefahren und hat richtig Fahrt aufgenommen, trotzdem weigere ich mich zu glauben, dass er sich nicht mehr aufhalten lässt. 240 Millionen Tonnen Jahresproduktion an Plastik -vieles davon nur für den einmaligen Gebrauch bestimmt - um danach achtlos wie Müll behandelt zu werden. 110 Millionen Tonnen Plastikmüll in einem einzigen Müllstrudel, kein Strand, kein Meeresgrund, keine Meeresfläche auf diesem Planeten der nicht mit Plastik vermüllt ist. Plastik zu Plankton im Verhältnis von 60:1. Arme Planktonfresser. Seevögel, Meeressäuger, Fische, Schildkröten fressen unseren Wohlstand und sterben zu Millionen daran. Es dauert sicherlich Millionen Jahre bis es sich komplett abgebaut hat. Bleibt eigentlich nur eins: wir müssen den ganzen Müll zurückholen und uns darum kümmern.

Außerdem ist es Zeit für ein weltweites Verbot von Plastiktüten und anderen sinnlosen Einwegverpackungen, um den weiteren Zustrom von Plastikmüll zu stoppen.

Aber solang wir uns im Würgegriff der Konzerne befinde, Pharmariesen uns heilen können von den Krankheiten, die wir durch die Petro- und Kunststoffindustrie erleiden und damit sehr viel Geld machen wird der Ausstoß noch erhöht. Übrigens: 80% vom Müll in den Meeren stammt aus den Flüssen, wo wir wieder bei der Donau wären.

100 Milliarden Neuronen aufs feinste miteinander verknüpft - unser Gehirn - ein Geschenk der Evolution, wird nur für Eigennutz, Machthunger und andere niedrige Emotionen benutzt und dann kommt so was dabei raus.

Manchmal denke ich mir was wohl Außerirdische zu unserem Planeten sagen würden, ob sie uns bemitleiden oder angeekelt ohne uns zu helfen uns wieder alleine lassen würden. Um dann zurückzukommen und ihren Müll bei uns ab zu laden. Die Müllhalde am Ende des Universums.

Mit einer Jahresproduktion von 3 Millionen Tonnen Bisphenol-A, das als krebserregend, hirnschädigend, erbgutschädigend und als hormonell wirksam bekannt ist und dessen Recycling nicht gewährleistet ist, vergiften wir unseren ganzen Planeten. „Die Euro Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) setzte bis 2006 für BPA einen Grenzwert von 10 µg pro Kg Körpergewicht pro Tag. In ihrer, im Januar 2007 veröffentlichten, aktualisierten Bewertung von BPA berücksichtigte die EFSA rund 200 Studien und Übersichtsartikel, die seit ihrer ersten Bewertung 2002 erschienen waren, inklusive einer umfangreichen „Zwei-Generationen-Studie“ mit Mäusen. Auf Basis der vorliegenden Daten hat die EFSA den Grenzwert auf 50 µg/Kg pro Tag (ums 5fache) angehoben, entsprechend einem spezifischen Migrationswert von 3 mg/Kg. Der Migrationswert legt fest, wie viel BPA ein Lebensmittel durch den Kontakt mit der Verpackung aufnehmen darf.“ (aus Wikipedia) So wird unsere Vergiftung von ganz oben geregelt.

Darüber sollten wir mal nachdenken. Unser Konsumverhalten ändern, mehr Recyceln und Druck auf die Industrie und Regierungen ausüben und sie so zum Umdenken bewegen. Bioplastik und alternative Lösungen fördern.

Wenn der Menschheit das gelingen würde könnte sie vielleicht doch noch den rasenden Zug aufhalten.